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MEDIENBERICHTE

17. 02. 2017 | SN

Das Ziel der OMV heißt Cash

Der Mineralölkonzern peilt mehr liquide Mittel für neue Projekte und höhere Dividenden an.

Richard Wiens Wien. Das Wort, das der Vorstandschef der OMV, Rainer Seele, bei der Präsentation des Ergebnisses 2016 am häufigsten verwendet, lautet – Cash. Neben niedrigeren Kosten habe für den Öl- und Gaskonzern „die Generierung von Cashflow Priorität“, sagt Seele, der gebe der OMV „Handlungsfähigkeit für die Gestaltung der Zukunft“. Und die sieht Seele deutlich anders als sein Vorgänger Gerhard Roiss, den er im Juli 2015 an der Spitze abgelöst hat.

Die Strategiewende schlug sich 2016 – „ein Jahr der Transformation“ (Seele) – in Verkäufen nieder, die 1,7 Mrd. Erlöse brachten, aber auch in hohen Abschreibungen. Im Zusammenwirken mit Kosteneinsparungen von 200 Mill. Euro konnten die 1,2 Mrd. Euro Jahresverlust 2015 gedreht werden, in ein Plus von drei Millionen Euro.

Wichtiger ist Seele, dass 2016 ein freier Cashflow von 1,1 Mrd. Euro erzielt werden konnte, 2015 war der Wert negativ. „Die Anstrengungen tragen endlich Früchte.“ Als Gradmesser für die Wende zum Besseren zieht Seele den Aktienkurs heran, der ist „das Gütesiegel für unsere Strategie“. Der Preis je Aktie stieg gegenüber 2015 zum Jahresende 2016 um 28 Prozent auf 33 Euro.

Die Aktionäre will der OMV-Vorstand mit geänderter Dividendenpolitik bei Laune halten. Der Vorstand schlage eine Dividende von mindestens einem Euro je Aktie vor, sagte Seele. Voraussetzung dafür sei, dass die langfristige finanzielle Stabilität des Unternehmens nicht beeinträchtigt werde. Für das abgelaufene Jahr erhalten die Anteilseigner wegen des deutlich höheren Cashflows sogar 1,20 Euro.

Dass der Konzernumsatz 2106 um 15 Prozent hinter dem von 2015 zurückblieb, liegt vorwiegend an geringeren Umsätzen im Downstream-Bereich infolge des niedrigen Ölpreises. Seele erwartet, dass sich an den Überkapazitäten wenig ändern wird, die Margen im Raffineriegeschäft würden daher auch heuer zurückgehen. Dass das Betriebsergebnis (ohne Sondereffekte) mit 1,1 Mrd. Euro um rund ein Fünftel hinter dem Wert von 2015 zurückblieb, wertet Seele angesichts der volatilen Entwicklung der Ölpreise dennoch als Erfolg. Immerhin habe sich der Preis durch die „kluge Entscheidung der OPEC“ bei 55 Euro je Fass (zu 159 l) stabilisiert, um dieses Niveau erwartet ihn der OMV-Vorstand auch heuer. Dass sich auch die Gaspreise erholten, „gibt der OMV Luft zum Atmen“.

Die tägliche Produktionskapazität im Konzern soll heuer von zuletzt 311.000 auf 320.000 Barrel Öl-Äquivalent steigen, mittelfristig peilt man 350.000 Barrel an. Dieses Ziel könnte Ende 2018/Anfang 2019 erreicht werden, sagte der für Exploration zuständige Vorstand Johann Pleininger. Möglich machen soll dies der Ausbau der Aktivitäten in Tunesien, Norwegen und Libyen. Weiter verbessern will man die Effizienz in der Produktion, die Kosten sollen gegenüber dem Referenzjahr 2015 nochmals um 250 Mill. Euro sinken.

Ein Schwerpunkt für das laufende Jahr ist laut Seele der vertragliche Abschluss des 2016 in Grundzügen vereinbarten Tausches von Vermögenswerten mit dem russischen Gazprom-Konzern. Der Energieriese soll mit 38,5 Prozent bei der norwegischen Tochter der OMV einsteigen, die im Gegenzug einen 25-Prozent-Anteil an zwei Gasfeldern von Gazprom in Sibirien erhält. Das ermögliche der OMV, ihre Reservebasis deutlich zu erhöhen.

Das Vertragswerk soll bis zum Sommer stehen, dann werde man sich um die Genehmigung durch die Behörden in Russland und Norwegen bemühen, sagte Seele. Die OMV befindet sich laut ihrem Generaldirektor auf einem Wachstumskurs, für ihn ist aber klar, „dass man ohne Partner keine Zukunft hat“. 2017 soll auch der Verkauf der türkischen Gesellschaft Petrol Ofisi unter Dach und Fach gebracht werden, sagt Seele, das Projekt koste viel Kraft und binde viele Ressourcen.

An neuen Projekten zum Aufsuchen von Öl und Gas fehlt es nicht, im bulgarischen Teil des Schwarzen Meers sei man gemeinsam mit Total fündig geworden, sagt Pleininger. Dazu komme das Gasfeld unter der Neptun-Bohrplattform, das in einem 50:50-Joint-Venture mit Exxon Mobil erschlossen werden soll. Laut Pleininger soll die finale Investitionsentscheidung 2018 fallen. Große Hoffnungen setzt man auch in den Iran, der seine Produktion um 40 Prozent erhöhen will. Das sei nur gemeinsam mit ausländischen Investoren möglich, die OMV sieht sich mit drei bereits unterzeichneten Absichtserklärungen für die Exploration in einer guten Position.


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